Prof. Dr. Margrit Kennedy

Prof. Dr. Margrit Kennedy

Freitag, 31.10.2008, 14:30 – 15:00 Uhr, Kino 1

Vortrag Fachtagung:

"Geldvielfalt - Zur Stabilisierung unseres Währungssystems"

Beschreibung

Wir haben heute das effizienteste Geldsystem, welches die Welt jemals gesehen hat. Nur ist es leider nicht besonders stabil oder nachhaltig, wie wir gerade erleben. Die neuesten Ergebnisse der Komplexitätsforschung geben einen Hinweis darauf, was uns möglicherweise fehlt: Vielfalt. Da das Vertrauen in die großen Systeme – seien es Firmen, Banken oder Regierungen – nun stark erschüttert ist, sollten wir es nun mit kleineren, überschaubareren Einheiten, die leichter demokratisch kontrolliert werden und schneller Vertrauen wecken können, versuchen. Dazu zählen u.a. komplementäre Währungen für Regionen oder bestimmte soziale Bereiche - nicht im Sinne eines neuen Wettbewerbs, wie Hayek das vorgeschlagen hat, sondern - als ergänzende Systeme, die auf bestimmte Zielsetzungen hin optimiert werden.

Um dies in der notwendigen Größenordnung zu erproben wären zwei gesetzliche Veränderungen notwendig: das Monopol der Zentralbanken müsste – wenigstens zeitweilig aufgehoben werden und - polyfunktionale Geldsysteme zulassen; und die Bürger müssten mit den komplementären Währungen auch Abgaben und Steuern bezahlen können.

Vita

Prof. Dr. Margrit Kennedy, Autorin des Buches „Geld ohne Zinsen und Inflation“ (Goldmann, 8. Aktualisierte Neuauflage, 2006), das in 22 Sprachen übersetzt wurde, vermittelt in Vorträgen und Workshops wie der „ökonomische Analphabetismus“ überwunden und das Geldsystem als ein Dreh- und Angelpunkt unserer wirtschaftlichen und ökologischen Probleme zum dienenden statt zum beherrschenden Instrument umgewandelt werden kann. Von Hause her Architektin, Stadt- und Regionalplanerin, wirkte sie in Deutschland, Nigeria, Schottland und USA und forschte im Auftrag der UNESCO und der OECD in 15 Ländern Europas und Nord- und Südamerikas. Nach fünfjähriger Tätigkeit als Leiterin der Forschungsabteilung „Ökologie und Energie“ im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Berlin 1987 lehrte sie von 1991 bis 2002 als erste Professorin für „Technischen Ausbau und Ressourcensparendes Bauen“ in Deutschland an der Universität Hannover. Durch Ihre Doktorarbeit in „Public and International Affairs“ betrachtet sie das Geld als eine „Öffentliche und Internationale Angelegenheit“ und hat einen eher systemanalytischen Zugang zu diesem Thema. Schwerpunkt ihrer heutigen Arbeit sind die Einführung und Erprobung komplementärer Währungen. Ihr Buch „Regionalwährungen – ein neuer Weg zu nachhaltigem Wohlstand,“ welches sie zusammen mit Bernard Lietaer schrieb (Riemann, 2004), dient als theoretische Grundlage für mehr als 60 Regionalwährungsinitiativen, die inzwischen in Deutschland entstanden sind, und wird zur Zeit in Englisch und Französisch übersetzt.

Publikationen

Geld ohne Zinsen und Inflation (Goldmann Verlag)
Regionalwährungen - Neue Wege zu nachhaltigem Wohlstand (Riemann Verlag)

Link

www.margritkennedy.de


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